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Das Kürzel ESG ist nicht neu. Jahrelang stand es an den Finanzmärkten für ehrenwerte, aber nicht für ertragreiche Anlagen. Ethisch, sozial und vorbildlich geführt durften Unternehmen schon sein. Doch unterm Strich sollten sie Rendite erwirtschaften, und zwar am besten überdurchschnittlich. Mit der Klimabewegung um Greta Thunberg drehte sich der Wind. Soweit, dass Larry Fink, Gründer und Chef von Blackrock, einem der größten Vermögensverwalter der Welt, Anfang des Jahres einen Brief an die Vorstände aller Unternehmen schrieb, in die sein Haus Geld gesteckt hat: Künftig werde Blackrock verstärkt auf Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit in der Anlage schauen. PR-Aktion oder ernsthaftes Anliegen? Die Frage wurde anfangs heiß diskutiert, dann verschwand sie. Verdrängt von einer ungekannten Krise mit noch weniger zu ahnenden Folgen. Nach Corona kämpfen viele Firmen ums Überleben. Und schon Bertold Brecht wusste, erst kommt das Fressen, dann die Moral. Wie steht es also um die Wertfragen in der Wirtschaft, um die ESG-Kriterien – jetzt, da sich die Weltwirtschaft im Aufräummodus befindet? Benjamin Cromme und Luna Vega sind der Frage nachgegangen.