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Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, heißt es.  Heute genau umgekehrt: Wir wollen über Gold reden. Aktien erscheinen aktuell als gewagtes Investment – vor dem Hintergrund des wohl dramatischsten Börseneinbruchs seit fast 100 Jahren. Und einer bevorstehendenRezession, die Experten zufolge mindestens ebenso historische Ausmaße annehmen wird.

Gold hat auch verloren. Knapp 6 % im Wochenverlauf. Schaut man aber weiter zurück, zum Beispiel in die Zeit vor ein paar Wochen, als die Aktien noch von einem Rekordhoch zum nächsten flogen, da hat das Gold gerade mal 0,1 % verloren. Man könnte von Wertstabilität reden.

Das ist das Mantra von Thorsten Polleit: Er ist Chefökonom des Degussa Goldhandel und folglich Gold Experte. Gold ist die ultimative Währung, sagte er einmal der Börse am Sonntag. Und das sagt der bekennende Wirtschaftsliberale nicht nur zahlreiche Journalisten, er sagt es auch seinen Studenten, die er als Honorarprofessor an der Universität Bayreuth und auch an der Frankfurter School of Finance und Management zum Thema Volkswirtschaftslehre unterrichtet. Ganz nebenbei schreibt er für unterschiedliche Zeitung, hält Vorträge auf Konferenzen und erläutert seine Einschätzung über die internationale Geldpolitik. 

„Mit Geld zur Weltherrschaft“ heißt sein neues Buch, in dem er die entscheidenden Probleme von Euro und Dollar, von Krypto-Currencies und der neuen Facebook-Währung Libra analysiert. Er ist außerdem Präsident des Ludwig Mises Institut in Deutschland. Seine Forschungsinteressen sind entsprechend die Geldwirtschaft, die Kapitalmarkttheorie und insbesondere die österreichische Schule für Wirtschaftswissenschaften. 

Ob man da noch ein entspanntes Wochenende haben kann, ist fraglich. Kann er, sagt er und hat uns zu einer typischen Wochenend-Beschäftigung eingeladen, einem Museumsrundgang. Selbstverständlich nicht irgendeine Museum, sondern der sogenannten Gold-Kammer in Frankfurt. Sie bringt dem Besucher die Geschichte und die Hintergründe des Goldes als edles Metall nah.